Beschäftigung


 

Spielen Meerschweinchen denn?

In menschlicher Obhut haben die Meerschweinchen keine natürlichen Feinde und müssen sich nicht auf Futtersuche begeben. Sie erfahren immer dieselbe Umgebung, erhalten immer das gleiche Futter an der gleichen Stelle und haben meist viel zu wenig Bewegung. Was bleibt ist viel Zeit –  zum langweilen und verkümmern. So bitte nicht! Ein Käfig von 120 cm x 60 cm für zwei Meerschweinchen ist viel zu klein! Es sollten  mindesten 150 cm x 75 cm  sein, je größer desto besser, was natürlich vom künftigen Standort des Käfigs und wieviel man für ihn ausgeben möchte abhängt. Aus einer beschichteten Spanplatte als Bodenplatte, vier Umrandungsbretter, vielleicht eins aus Acrylglas lässt sich ganz leicht, auch für etwas ungeübte, ein tolles großes Schweinchendomizil bauen. Eine tolle Sammlung von Eigenbauten mit vielen Fotos finden man auf "Mel-S`s Seite" http://www.mel-s.de               

 

Wichtig ist Abwechslung im Schweinealltag - was man ganz  leicht durch wechselnde Gehegegestaltung und durch „Futterspiele“ erreichen kann. Man sollte jedoch seine Schweinchen nie überfordern! Durch Beobachtung kann man ganz leicht feststellen, ob die Schweinchen solche Veränderungen in ihrem Gehege positiv und aufregend, als Abwechslung empfinden oder ob sie damit ganz und gar nicht klar kommen und sich sehnlichst ihre alte kleine Welt zurück wünschen.  

 

Spielen Meerschweinchen denn?

Sicher nicht wie ein Hund oder eine Katze. Als Fluchtiere in freier Natur ist es sehr riskant im Spiel seine Umgebung zu vergessen und so zur leichten Beute für lauernde Feinde zu werden. Im Schutz des Rudels spielen vor allem die Jungtiere Fangen, flitzen im Schweinsgalopp,  hopsen, verstecken und entdecken ihre Umgebung, üben dadurch ihre Geschicklichkeit und lernen ihre Kräfte für das spätere Leben einzuschätzen.

 

Komm mit ins Abenteuerland…

 

Mit einfachen Mitteln kann man die Umgebung der Meerschweinchen immer wieder neu gestaltet…und damit Spiel, Interesse und Neugier wecken… denn auch wenn Schwein älter wird - sie sind ja soo neugierig!

 

Höhlen, Brücken, Rampen, Wippen und Labyrinthe lassen sich mit Ästen*1, Wurzeln, Steinen aus dem Wald oder Ziegelsteinen, Ytong-Steinen und Holz aus dem Baumarkt bauen und verwandeln ein Gehege in ein abwechslungsreiches, ansprechendes und naturnahes Schweinchendomizil.

Gurkenkisten aus dickem Karton,     

gibt es kostenlos im Supermarkt. Sie sind schön stabil und es lassen sich ganz einfach 2 Eingänge hinein schneiden, durch die die Schweine flitzen können. Auf diesen Kartons kann man prima sitzen und sich die Welt von oben anschauen. Röhren zum durchflitzen gibt es aus Karton (Versand- oder Teppichrollen), aus dicken Baumstämmen, aus Kork, Röhren aus Ton (nutzen sich gleich die Krallen ab) aus Kunststoff und aus Stoff, sogenannte Kuschelrollen, in denen dann nach der Flitzerei ein gemütliches Nickerchen gemacht werden kann. Neuerdings gibt es Heutunnel im Handel. Sie sehen auf den ersten Blick schön aus. Leider stellt sich sehr schnell heraus, dass es lediglich um eine Papprolle handelt, die dünn mit Heu beklebt ist. Greifen Sie lieber zu Grasröhren, die komplett aus Heu geflochten sind. Diese können wie das Grasnest aufgefuttert werden. Auch toll sind Tunnel aus geflochtener Weide, sogenannte Weidentunnel. Diese können auch mit heißem Wasser und Bürste gereinigt werden.

 

                                                                                                       

                                                Wir lieben Grashöhlen bzw. Grasnester aus Heu!

                                                                                      Nora sitzt auf dem Grasnest, Brommel liegt gemütlich unten drin

 

 

Grashöhlen bzw. Grasnester sind wunderbare Höhlen, durch die die Schweinchen flitzen können, gemütlich darauf schlafen und daran knabbern können.  

 

Und richtig klasse wird’s für die Schweinchen, wenn ganz viel Heu im Gehege verteilt wird… durch Heuberge kann man sich prima durchwühlen, verstecken, reinkuscheln, und darin sitzen und futtern. Heu in die Röhren und Kuschelrollen gesteckt, Heu in den Hauseingang gesteckt, Heu in die Hängematte, Heu aufs Haus…findet Schwein ganz wunderbar und popcornd gleich mal durchs Gehege.   

 

Hängematten und Hängenester sollten zu Beginn so niedrig aufgehängt werden, dass sie fast den Boden berühren, wenn sich ein Schweinchen hinein setzt. Mit Heu befüllt dauert es nicht lange, bis sich die Schweinchen hinein trauen und das leichte Schaukeln toll finden. Haben sich die Meerschweinchen an die Hängematte gewöhnt kann sie ein kleines bisschen höher befestigt werden. Nach unseren Erfahrungen gilt  für alle Kuschelsachen eine besondere Hygiene! Hier reichen die empfohlenen 30°/40° Grad in der Waschmaschine mit einem Hygienespüler leider nicht aus. Waschen sie alle Kuschelsachen bei 60°Grad in der Waschmaschine. Das Gewebe leidet vielleicht etwas darunter, jedoch wird nur ab einer so hohen Temperatur eine gesunde Hygiene erreicht.

 

Bei Futterspielen müssen sich die Schweinchen recken und strecken, klettern und balancieren, Treppen steigen um an die begehrten Leckerbissen wie Gurke, Petersilie, ein Stückchen Paprika zu kommen. Die Leckereinen werden versteckt und Schwein schaut überall nach oder sie werden über ihnen ins Gehege gehängt. Eine ganz schön schwierige Aufgabe! Nicht jedes Schwein kann solche Übungen meistern. Das auch die Schweinchen sofort ein Leckerchen gereicht bekommen, die eine Übung nicht schaffen ist klar! 

 

Beliebt sind auch Futterspieße aus Holz und Metall oder selbstgebastelte Futterbäumchen, auf die einfach Gurke & co aufgespießt wird. Futterbälle aus Metall lassen sich gut mit Petersilie und Salat füllen. Ob sich die Schweinchen ihr Futter mit solchen Futterspielen erarbeiten müssen bleibt jedem Meerschweinchenbesitzer selbst überlassen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung geht jedoch jedem dieser Futterspiele vor!      

   *1=von Haselnuss, ungespritzten Obstbäumen, Weiden und Birken                                                                             zurück